4 gängige Energiediebe – und ihre Vermeidung

Gewerbegebäude und Lebensmittelgeschäfte haben eines gemeinsam: Sie verbrauchen viel Energie. Aber wie viel davon ist reine Verschwendung und wie kann man erheblich sparen? Hier zeigen wir Ihnen einige der schlimmsten Energiediebe und vor allem: wie Sie ihnen auf die Schliche kommen.
  • Jostein Markussen

    Sales, Building management

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Common energy thieves
Photo by Ziga Plahutar / Getty Images

Seit nahezu zwei Jahrzehnten sind wir bei Kiona darauf spezialisiert, Energiediebe aufzuspüren. Im Laufe der Zeit haben wir eine ganze Reihe von notorischen Wiederholungstätern identifiziert. Hier sind die üblichen Verdächtigen. 

1. Das Lüftungssystem – ein Klassiker.  

Wir bei Kiona erleben oft, dass Kunden überrascht sind, wenn sie die Energiekalkulationen für ihr Gebäude sehen. Sie haben häufig keine Ahnung, dass es deutliche Einsparungspotenziale gäbe. Die Lüftungsanlage spielt dabei fast immer eine Rolle. 

„Das häufigste Szenario ist, dass die Anlage rund um die Uhr läuft oder zumindest viel zu oft und zu lange in Betrieb ist. Energie sparen zu wollen, ist eine wirklich gute Initiative. Man sollte dabei aber nicht vergessen, die Last auch über 24 Stunden zu verteilen, um teure Energietarife zu vermeiden. Gleichzeitig sollten man niemals Kompromisse bei der Luftqualität eingehen. All das zu verbinden, erfordert eine umfassende Steuerung“, erklärt Jostein Markussen von Kiona. 

2. Undichte Ventile – Energie, die direkt in der Kanalisation verschwindet

Undichte Ventile sind ein weiterer berüchtigter Übeltäter. Das weitläufige System hat meistens mehrere offene Ventile für Warmwasser und eines für Kaltwasser. Ein undichtes Ventil am Kühlregister wird durch erhöhte Wärmezufuhr ausgeglichen. Das summiert sich mit der Zeit und schlägt sich in horrenden Energiekosten nieder. 

„Das Problem hierbei ist, dass ein Fehler wie dieser nicht immer leicht zu erkennen ist, da an dem Ventil möglicherweise ein mechanischen Fehler vorliegt. Anzeigen und Systeme vermitteln vielleicht die Sicherheit, alles sei in Ordnung. Nur an der Analyse der Temperaturdiagramme lässt sich ablesen, dass nicht alles so läuft, wie es sollte“, so Markussen. Er fügt hinzu: 

„Wir können diese Art der Analyse vollautomatisch durchführen. Mit IWMAC/Web Port, können wir Regeln formulieren: Autonome Systeme übernehmen dann die Suche nach außergewöhnlichen Temperaturschwankungen. Wenn etwas nicht richtig gelaufen ist oder voraussichtlich nicht richtig laufen wird, werden die Kunden benachrichtigt.“ 

3. Fernwärme/Schneeschmelzsystem – listige Gauner. 

Tip:
Eine Schneeschmelzanlage ist das naheliegendste Einsatzgebiet für eine prognosebasierte Steuerung, aber bei weitem nicht das einzige. Alternativ zu einem Kalender oder Sensoren können Sie beispielsweise die Außenleuchte für Sonnenauf- und -untergang an die Astro UR anschließen.

Ein Schneeschmelzsystem im Eingangsbereich oder an einer Laderampe kann Gold wert sein. Sie kann aber auch wirklich ins Geld gehen, wenn sie nicht richtig gesteuert wird. Je energieintensiver ein System ist, desto wichtiger ist es, es bis ins Detail zu optimieren. Viele solche Anlagen laufen länger als nötig. 

System installed snowless, Brandenburg, Germany
Schneeschmelzanlage installiert in Brandenburg, Deutschland. Foto: Saninfo1993, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons

Eine typische Lösung ist die Verwendung eines Schneemelders. Solche Melder können das System benachrichtigen, wenn sie Schnee oder Eis erkennen. Wenn ein solcher Melder mit einer prognosebasierten Steuerung kombiniert wird, die meteorologische Daten berücksichtigt, ist Heizen bereits im Vorfeld möglich. So lässt sich verhindern, dass Schnee liegen bleibt oder sich überhaupt Eis bildet. 

In einigen Fällen steuert der Hausmeister die Schneeschmelze manuell – und geht dabei meistens von der Wettervorhersage aus. In der Regel ist das nicht die effektivste Methode, um das System zu steuern. 

„Vielleicht hätte es gereicht, wenn sich das System um 3 Uhr morgens eingeschaltet hätte, anstatt schon am Abend vorher. Vielleicht hätte es ausgeschaltet werden können, weil auf den vorhergesagten Schnee später Sonne und Temperaturen über dem Gefrierpunkt folgten. Diese Art von intelligenter, prognosebasierter Steuerung kann mit der Zeit viel Geld sparen.“ 

Ståle Eriksen hat das selbst bei einem Kunden erlebt: 

„Wir hatten einen Kunden, bei dem die Fußbodenheizung über den Sommer lief. Das kostete ihn jeden Monat 5.000 EUR. Das Problem ist, dass die Leute einfach keine Ahnung davon haben. Wenn etwas kaputt ist, sagt ihnen das vielleicht jemand. Aber wenn etwas einfach nur Geld frisst, kann man nicht viel machen. Das verlangt aktive Überwachung, und die meisten Leute haben dafür keine Zeit.“

4. Der Wärmerückgewinner – geht Ihre überschüssige Wärme auch einfach in die Luft?  

Wenn Ihr Gebäude mit einer Wärmepumpe oder Ihr Laden mit einer Kühl- und Gefrieranlage ausgestattet ist, haben Sie einen Wärmerückgewinner. So können Sie Ihre Abwärme optimal nutzen. Wenn Sie ihn aber nicht brauchen, steigt die Wärme zum Dach und von dort direkt in den Himmel. 

„Leider müssen wir feststellen, dass das viel zu oft vorkommt. Bei vielen sind die Systeme einfach nicht gut genug, um Benachrichtigungen auszugeben oder den Wärmerückgewinner zu übersteuern, wenn an anderer Stelle im Gebäude ein Bedarf entsteht. Das ist eine unglaubliche Verschwendung“, erklärt Eriksen. 

Der Hausmeister, der nie schläft...

Allen diesen Dieben gemeinsam ist, dass man ihnen ziemlich leicht auf die Schliche kommt – wenn man weiß, wo man suchen muss. Aber auch wenn Sie einen hervorragenden Überblick über den Energieverbrauch haben, wissen Sie nicht unbedingt, ob er so niedrig ist, wie er sein könnte. 

„Nicht wenige wiegen sich in falscher Sicherheit, weil sie einen Überblick haben. Um wirklich von einem Überblick profitieren zu können, braucht man Fachwissen oder regelmäßige Analysen. Das ist zeitaufwendig, außerdem kann auch immer etwas nach Feierabend passieren. Wie viele Leute schauen sich den Verlauf an und überprüfen so etwas?“, so Markussen. 

„Vielleicht findet die Analyse nur im Rahmen der monatlichen Überprüfung des EMS (Energiemanagementsystems) statt oder wenn die Stromrechnung kommt. Aber dann ist die Rechnung schon eine Tatsache.“ 

Die Lösung ist so einfach wie genial. Mit den intelligenten, datengesteuerten Grenzwerten von Kiona kann das System erfassen, ob es im Gebäude Energiediebe gibt – und Sie über das Problem informieren. 

„Der Verbrauch wird kontinuierlich analysiert. So lässt sich schnell erkennen, wenn ein Wert nicht im Rahmen ist. Das gilt für mechanische Fehler ebenso wie für mögliche Optimierungen für größere Effizienz. Wir nennen diese Funktionen „den Hausmeister, der nie schläft“. Denn das System gibt nicht nur Benachrichtigungen aus, es versucht auch, das Problem durch die Anwendung von Logik selbst zu beheben“, erklärt Markussen. 

„So lässt sich einfach sicherstellen, dass ein Gebäude möglichst wenig Energie verbraucht, ohne irgendwo anders Kompromisse eingehen zu müssen.“ 

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