Die Energieeffizienz von Gebäuden – der Druck wird immer stärker!

CO2-Emissionen, Altbauten und steigende Energiepreise. Derzeit steht der Immobiliensektor vor mehreren Herausforderungen rund um den Energieverbrauch. Der Aufruf zum Handeln könnte nicht deutlicher sein, aber Kapital, Zeit und Ressourcen sind begrenzt. Die große Frage lautet: In welchem Bereich sollte man investieren?
  • Viktor Vitell

    CMO

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Die Energieeffizienz von Gebäuden – der Druck wird immer stärker!
Bild: Smederevac / Getty Images

Die Welt um uns herum wird immer intelligenter. Wir sehen autonome Fahrzeuge, Drohnen, die bei der Apfelernte eingesetzt werden, Körpersensoren, die unseren Gesundheitszustand überwachen und viele andere clevere IoT-Anwendungen. Einer der Industriesektoren, der nur relativ langsamen smarte Lösungen in den Betrieb integriert, ist jedoch der Gebäudesektor, obwohl die Energieeffizienz von Gebäuden ein heißes Thema ist – aus guten Gründen: 

  • Insgesamt sind Gebäude in der EU für 40 % unseres Energieverbrauchs und 36 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich, was nicht als nachhaltig zu bezeichnen ist. 
  • 75 % der Gebäude in Europa sind heute nicht energieeffizient, und es wird prognostiziert, dass 95 % dieser Gebäude im Jahr 2050noch immer genutzt werden. Das bedeutet, dass Immobilienbesitzer gerade in Zeiten von Energiekrisen viel Geld ausgeben. 
  • Um das übergeordnete EU-Ziel einer Emissionsreduktion von 55 % bis zum Jahr 2030 zu erreichen, müsste der Gebäudesektor seine Emissionen um 60 % reduzieren – eine mehr als ambitiöse Vorgabe.  

Europa befindet sich in einer Energiekrise, und viele Energieversorger greifen auf fossile Energieerzeugung zurück, um die Nachfrage decken zu können. Wo liegt Ihre Priorität bei Investitionen?

Stahl und Beton oder IoT und KI?

Der naheliegendste Weg, um die oben genannten Herausforderungen zu bewältigen, sind physische Updates. Verbesserung der Gebäudeisolierung, Austausch von undichten Fenstern und der Ersatz fossiler Heizsysteme durch Wärmepumpen und Sonnenkollektoren. Diese Maßnahmen sind notwendig, aber seien wir ehrlich – sie können nicht über Nacht umgesetzt werden.   

Die derzeitige energetische Sanierungsrate des Gebäudebestands in Europa beträgt 1 %, und der größte Teil des heutigen globalen Gebäudebestands wird auch im Jahr 2050 noch vorhanden sein. Angenommen, der Gebäudesektor muss seine CO2-Emissionen bis 2030 um 60 % reduzieren. In diesem Fall muss sich die energetische Sanierungsrate des europäischen Gebäudebestands verdoppeln – eine ziemliche Herausforderung angesichts der hohen Kosten für Baumaterialien und der Ressourcenknappheit in dieser Branche.  

Wie für viele Branchen bietet die Digitalisierung eine weitere Möglichkeit, Herausforderungen zu bewältigen. Das Sammeln aller Arten von Daten im Zusammenhang mit dem Innenraumklima eines Gebäudes, den Wetterbedingungen, dem Energieverbrauch und der Heizsystemleistung helfen dabei, Fragen in Antworten zu verwandeln. 

Gebäudedaten sammeln mithilfe von IoT-Lösungen.
Bild: Durch die Analyse und Visualisierung dieser Daten können Sie wertvolle Einblicke in die Energieeffizienz eines Gebäudes gewinnen, Heiz- und Kühlsysteme steuern (Optimierung des Energieverbrauchs des Gebäudes) und Kohlenstoffemissionen minimieren.

Dieser Ansatz schafft Wert nicht durch Gebäudeisolierung und Fensteraustausch, sondern durch die Nutzung von IoT- und KI-Engines zur Erfassung und Verarbeitung von Gebäudedaten. 

Die Technologie ist vorhanden, die notwendigen Investitionen sind wesentlich geringer als bei baulichen Maßnahmen, und es können viel schneller Resultate erzielt werden. Aber eines muss hierbei klar gesagt werden: Intelligente Gebäudelösungen sind eine Ergänzung zur energetischen Sanierung von Gebäuden. Sie können diese nicht ersetzen.

Möchten Sie mehr über unsere IoT- und KI-Plattform erfahren?

Die Relevanz von IoT in der Immobilienbranche

Ein Erfolg in der Gebäudeautomation kann über viele Faktoren erzielt werden, von KI-Systemen über Sensoren und Aktoren bis hin zur IoT-Konnektivität. Der Schlüssel zum Erfolg in dieser Branche ist die Mitwertschöpfung in Ökosystemen, die Smart Buildings Wirklichkeit werden lassen. 

Vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam mit Ericsson und Arthur D. Littleden wahren Wert und den Effekt von IoT-vernetzten Gebäuden untersucht. Der Bericht „Connected Buildings Energy Management“ untermauert die Notwendigkeit, den Energieverbrauch zu überwachen, zu steuern und zu optimieren – und damit Immobilienbesitzern zu ermöglichen, die Energiekosten und CO2-Emissionen zu senken.

Connected Buildings Energy Management  (Energiemanagement vernetzter Gebäude). Zum Herunterladen zu Ericsson.
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